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Veranstaltungen
Träumer
nach Gilbert Adair, Regie: Daniel Wahl
Was wir wissen wollen:
Wie finden wir unsere eigene Identität, wenn alles schon einmal da war?
Mit wem wollen wir uns solidarisieren und gegen wen lohnt es sich zu kämpfen?
Was bleibt von uns übrig, wenn wir erkennen, dass unsere Idole keine Vorbilder sind?
Was wollen wir wirklich, wenn alles möglich ist?
Welche moralische Fassade müssen wir heute einreißen?
Théo, Isabelle und Matthew sind Filmfanatiker, die im Kino immer in der ersten Reihe sitzen, da es für sie unerträglich wäre, wenn sie die Bilder eines Films nicht als erste empfangen würden. Sie leben in Paris im Jahr 1968. Dieses Jahr steht für Aufbruch, Utopie und die Hoffnung, die Welt verändern zu können. Studenten demonstrieren gegen Krieg, wehren sich gegen bestehende Hierarchien und suchen nach alternativen Gesellschaftsformen. Junge Regisseure revolutionieren das Kino, drehen Filme, die auf radikale und bis dahin ungewohnte Weise Gewalt und Sex darstellen. »New Hollywood« und »Nouvelle Vague« sind die cineastische Partitur zu den Demonstrationen und Unruhen der damaligen Zeit. Die Cinémathèque Française zeigt jeden Abend die gesellschaftskritischen Bilder der jungen Filmemacher. Süchtig nach Veränderung und Auflehnung, verschlingen die drei jungen Leute diese Filme. Als das Kino aus politischen Gründen geschlossen werden soll, kommt es zu ersten friedlichen Protesten. Auch Théo, seine Zwillingsschwester Isabelle und Matthew, ein junger, schüchterner Amerikaner, mischen sich unter die Revoltierenden. Bald schon verliert sich jedoch der Reiz des friedlichen, öffentlichen Protests und die drei ziehen sich in ihre Wohnung zurück. Auf der Suche nach dem eigenen Ich beginnen sie ein Film-Quiz. Sie spielen sich gegenseitig Szenen aus ihren Lieblingsfilmen vor und erhöhen ständig die Einsätze. Wer verliert, muss seine Schuld in »Naturalien « begleichen. Es entwickelt sich ein Spiel um Lust und Begierde. Losgelöst von der Gesellschaft, überschreiten die Träumer sämtliche Grenzen der bürgerlichen Moral. In ihrer hermetischen Welt stellen sie eigene Regeln auf, in denen es weder Tabus noch Pardon gibt. Sie lieben und quälen sich, entdecken die Freiheit der Sexualität, entblößen nicht nur ihren Körper, sondern auch die Seele. Ein Stein, der durchs Fenster fliegt, beendet diese obsessive ménage à trois und holt sie aus ihrem Experiment zurück in die Realität des mittlerweile bewaffneten Straßenkampfes.
Bernardo Bertolucci (»Der letzte Tango in Paris«, »Der letzte Kaiser«) verfilmte 2003 den Stoff von Gilbert Adair, der vordergründig von Politik und Kino, Rebellion und Sexualität, Passion und Protest handelt, aber eigentlich von den kleinen geheimen Wünschen des Individuums erzählt.
Daniel Wahl, Ensemblemitglied am Schauspielhaus, zeigt nach »Herr der Fliegen« und »Sagt Lila« seine dritte Regiearbeit am Schauspielhaus.
Mit Konradin Kunze, Renato Schuch, Laura de Weck
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Preise: |
Deutsches Schauspielhaus in Hamburg
Kirchenallee 39
20099 Hamburg
Kartentelefon: 040.2 48 71-3
kartenservice@schauspielhaus.de
Tageskasse Mo-Sa 10-19h, sonn-und feiertags 3 Stunden vor Vorstellungsbeginn
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Vollzahler:
10,00 €
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Studenten:
6,00 €
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